inter inter Nachbarorbit

Plurale Gefäße / Inter Inter Nachbarorbit


Anstatt Kräutern ragen bedruckte Satinschleifen aus den Terrakotta-Töpfen heraus. Die Textfragmente auf den Schleifen vereinen lückenhafte Kollektiv-Zuschreibungen, solidarische Botschaften, Slogans neoliberaler Versprechungen und lassen subjektive Erinnerungsfetzen aufblühen.

Der Erzählton ändert sich von Schleife zu Schleife – er ist plural. So viele Öffnungen wie das Gefäß hat, um ursprünglich Kräuter zu beherbergen, hat ein Haus womöglich Balkone oder Türen, um Menschen, Stimmen und Perspektiven nachbarschaftlich zu vereinen – dieses Gefäß ist ein „plurales Gefäß“. Die „pluralen Gefäße“ sind mit halbtransparenten Handskulpturen befüllt – sie sind wie Setzlinge, die auf zwischenmenschliche Berührungspunkte verweisen. An einer Öffnung pendelt ein Kopfhörer, aus dem leise die Audiocollage „Inter Inter Nachbarorbit“ dringt. Die „pluralen Gefäße“ sind Träger von Erzählungen und werden in verschiedenen Kontexten aktiviert.


Inter Inter Nachbarorbit / Performative Geste / Videostills nGbK Berlin


In einem Rahmen wurden sie als Wahlurnen installiert. Alle Mitglieder der Kunstinstitution nGbK Berlin gaben ihre Stimme durch die Öffnungen der „pluralen Gefäße“ ab. Bei der Abstimmung des Jahresprogramms der Einrichtung wird in basisdemokratischer Weise gewählt. Für den Auftakt der Wahl 2016 weihte „Miss Inter Inter Nachbarorbit“ mit einem Sammelsurium aus glitzernden Kugeln, aufblasbaren Planeten, Pflanzengranulat und Seifenblasen die Urnen in einer performativen Geste ein. Sie trug dabei eine Schleife mit dem Aufdruck „Miss Inter Inter Nachbarorbit“ um ihren Körper. Wer sie ist und wer sie als Miss auserkoren hat, bleibt unscharf, die Wahl wurde hiermit jedoch eröffnet.




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