Etwas wagen

Etwas wagen (Herz, Hand, Verstand)


Fotos GAS Berlin: Cornelia Herfurtner / Foto Ost West Club Meran: Sonja Steger, Foto Basis Schlanders: Katrin Gruber, Foto Kubatur Verein Tagusens: Karin Schmuck


>>>>>>>>>> 23.08.´22 19h
Etwas wagen (Herz, Hand, Verstand) in der Floating University. Die Lesung wird von Berit Fischer (Radical Empathy Lab) durch holistische Übungen begleitet.

>>>>>>>>>> 04.09.´22
Etwas wagen (Herz, Hand, Verstand) im Prinzengarten / Berlin Wedding, innerhalb des ökofeministischen Festivals „Seeding Freedom“ / organisiert von Positive Lab Berlin.

Die Lesereihe Etwas wagen (Herz, Hand, Verstand) vereint die Lebensgeschichten von drei Ökofeministinnen. Im Vorlesen aus ihren Autobiografien und anderen Texten, öffnet sich hier ein Raum der Verbindung: zu den Aktivistinnen selbst, deren Worten und ihrem kraftvollen Tun. Das Denken dieser Ökofeministinnen ist von Ganzheitlichkeit geprägt, die uns verdeutlicht, dass alles miteinander in Beziehung steht. „Schützen, bewahren, erneuern“, wird als lebensnotwendiges Wissen anerkannt und praktiziert.

In der Mitte stehen in der Erde verankert Gartenpfähle als Stellvertreter für die Ökofeministinnen. Sie tragen ihren Namen und sind alle untereinander durch bunte Schnüre verbunden. Sie sind mit Gegenständen bestückt: eine Weltkugel, ein Fossil aus den Dolomiten, eine Muschel aus dem Mittelmeer, eine Zeichnung, ein Feigenblatt, eine Aubergine, ein bedrucktes Textil. Dieses Sammelsurium verknüpft die aktivistischen Erzählungen miteinander und spannt zugleich einen Bogen zu den Besucher*innen. Ausgewählte Gegenstände werden von Hand zu Hand gereicht – hier entsteht Raum, selbst erlebte Erfahrungen weiter zu geben.

Teil des Außenraum-Settings ist auch ein lichtdurchlässiges Bambusrollo, auf dem sich die bunten Schriftzüge „To dare sth.“ und „How dare you“ (G.T.) spiegelverkehrt überlagern. Sich zu trauen und zu warnen ist Teil der ökofeministischen Praxis. Textile Bezüge, übersät mit Siebdrucken der pflanzlichen Zelle, dienen als Sitzunterlagen. Gestickte, glänzende Linien verbinden diese Zellkolonien mit aufgedruckten Händen. Hier wird in kleinen Gruppen bestehendes Wissen über das Herz, die Hand und den Verstand geteilt und multipliziert.


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Vorgelesen wurden Texte von:

Vandana Shiva – Indische Wissenschaftlerin und Umweltaktivistin, die sich vor allem für die Nahrungsmittelsouveränität engagiert, indem sie sich für die Vielfalt des Saatguts und dessen freie Verteilung einsetzt.

Wangari Muta Maathai († 2011) – Kenianische Biologin und Umweltaktivistin, die das Aufforstungsprojekt „green belt movement“ initiiert hat, eine Bewegung in der vorwiegend Frauen Bäume pflanzten, um der voranschreitenden Erosion in ihrem Land aktiv entgegen zu wirken.

Starhawk – Amerikanische Schriftstellerin, Aktivistin, Hexe und Permakulturdesignerin. Sie verwebt ihren Blick auf Ökofeminsmus mit Ansätzen von Magie und Ritualen. In ihren Texten geht sie der „Kraft-von-innen“ nach – einer Kraft die auf Immanenz beruht und die sich deutlich von einem Prinzip der „Macht-über“ unterscheidet.


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Die 1. Ausgabe der Vorlesereihe fand im Sommer 2021 in der Gartenarbeitsschule Tempelhof-Schöneberg / Berlin und in Südtirol (IT) bei Basis Vinschgau, beim Ost West Club / Meran und Kulturverein Kubatur im Schlerngebiet statt. Eine Lesung erfolgte unter dem Ginkgobaum des Haus des Wandels / Steinhöfel – innerhalb von „Die Zeitschrift Oya findet statt.“ Die Reihe in Berlin entstand in Kooperation mit der Gartenarbeitsschule Tempelhof-Schöneberg und wurde von der Dezentralen Kulturarbeit Tempelhof-Schöneberg gefördert. Die Lesungen in Südtirol wurden durch das Kulturamt der Autonomen Provinz Bozen und die jeweiligen Kulturorte unterstützt.

2022 findet eine Weiterführung der Vorlesereihe in Kollaboration mit der Floating University Berlin, der Œcoféminothek des PositiveLab Berlin, der Wangari-Maathai-Internationale Schule Berlin und der Evangelischen Schule Lichtenberg statt.



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